



Austausch zu Wasserressourcen, Klimaanpassung und Strukturwandel im Rheinischen Revier
Am 14. Juli 2026 fand im Ford- und Generali-Saal des SuperC der RWTH Aachen das 2. Akteurstreffen des Projekts AquaRevier unter dem Titel „ZUKUNFT BLAU – Wasser im Rheinischen Revier“ statt. Rund 80 Teilnehmende aus Kommunen, Wasserverbänden, Industrie, Landwirtschaft, Forschung und weiteren Bereichen kamen zusammen, um aktuelle Herausforderungen und Perspektiven der Wasserwirtschaft im Rheinischen Revier zu diskutieren. Die Veranstaltung wurde gemeinsam vom AquaRevier-Konsortium und der Zukunftsagentur Rheinisches Revier ausgerichtet und war in das Qualifizierungsprogramm der Revier-Akademie eingebettet.
Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand die Frage, wie eine zukunftsfähige und klimaresiliente Wasserwirtschaft im Rheinischen Revier unter den Bedingungen von Klimawandel, Strukturwandel und wachsenden Nutzungsansprüchen weiterentwickelt werden kann. Neben der Einordnung des AquaRevier-Projektstands durch René Kremer standen vor allem konkrete Lösungsansätze und Best-Practice-Beispiele im Fokus: Prof. Dr.-Ing. Holger Schüttrumpf vom Institut für Wasserbau und Wasserwirtschaft (IWW) der RWTH Aachen University gab fachliche Impulse zu Bremsen beim Hochwasserschutz und Dr. Ruth Hausmann von der Zukunftsagentur Rheinisches Revier gab einen Überblick über die STARK-Förderkulisse. Weitere Beiträge zeigten Perspektiven aus Industrie und Landwirtschaft auf – darunter Dr. Stefan Cuypers von Industrie Wasser Umweltschutz e. V. zur Bedeutung von Wasser für die Papierindustrie an der Rur, Bendix Brüggenjürgen vom Institut für Textiltechnik (ITA) der RWTH Aachen University zu innovativen Technologien in der Verpackungs- und Papierbranche, Natascha Bellinghausen von der Landwirtschaftskammer NRW zu kooperativer Bewässerungseffizienz sowie Gabriel Heineke vom Center Smart Industrial Agriculture zur digital unterstützten landwirtschaftlichen Produktion.
Ein besonderer Schwerpunkt lag auf dem interaktiven Austausch. In einem World-Café diskutierten die Teilnehmenden unter anderem natürliche Wassersysteme unter dem Druck von Struktur- und Klimawandel, die zukünftige Verteilung von Wasserressourcen sowie alternative Wasserressourcen und Wasserwiederverwendung. Ergänzend bot eine moderierte Fishbowl-Diskussion Raum für Perspektiven aus den Fachbeiträgen sowie aus dem Publikum.
Aus AquaRevier-Projektsicht war das Akteurstreffen ein wichtiger Baustein, um fachliche Perspektiven aus der Region und darüber hinaus zusammenzuführen und die laufende Projektarbeit mit Anforderungen aus Praxis, Verwaltung, Wirtschaft und Wissenschaft rückzukoppeln. In den Diskussionen wurde deutlich, dass eine zukunftsfähige Wasserwirtschaft nicht allein von technischen Lösungen abhängt. Wiederkehrende Anliegen waren eine bessere Kommunikation zwischen den beteiligten Akteuren, klarere Schnittstellen zwischen Zuständigkeiten sowie eine schnellere und unkompliziertere Umsetzung geeigneter Maßnahmen. Auch die Priorisierung von Themen und Maßnahmen wurde als wichtiger Schritt angesprochen, damit aus Konzepten konkrete Umsetzungspfade entstehen können.
Die eingebrachten Hinweise und Diskussionsbeiträge werden im weiteren Projektverlauf ausgewertet und fließen in die weitere Bearbeitung der AquaRevier-Case-Studies sowie in die Entwicklung praxisnaher Transferansätze ein. Damit leistete „ZUKUNFT BLAU“ einen wichtigen Beitrag dazu, fachliche Erkenntnisse, regionale Bedarfe und Umsetzungsperspektiven enger miteinander zu verzahnen.
AquaRevier entwickelt Strategien für eine zukunftsfähige, klimaresiliente Wasserwirtschaft im Rheinischen Revier. Im Zentrum stehen fünf Fallstudien; vom Talsperren- und Hochwassermanagement über industrielle Wiederverwendung und Niederschlagsmanagement bis hin zu Wassernutzungsstrategien in der Landwirtschaft. Ziel ist es, belastbare Entscheidungsgrundlagen und übertragbare Konzepte für den Wassersektor bereitzustellen. Gemeinsam mit dem ISA (Institut für Siedlungswasserwirtschaft) und dem IWW (Institut für Wasserbau und Wasserwirtschaft) der RWTH koordiniert das FiW das Forschungsprojekt AquaRevier, das vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE) im Rahmen der Fördermaßnahme STARK gefördert und vom Land NRW kofinanziert wird.
Ansprechpartner
- René Kremer
- +49 241 80 2 68 21
- kremer@fiw.rwth-aachen.de